Europas Wettbewerbsfähigkeit hängt von einer integrierten industriellen Elektrifizierung ab, zeigt neuer Eurelectric-Bericht

03.06.2026

HELSINKI, 3. Juni 2026 /PRNewswire/ -- Elektrifizierung stellt bereits heute einen Wettbewerbsvorteil für Europa dar, doch für eine Skalierung ist eine bessere Abstimmung über alle Systemebenen hinweg erforderlich. Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer Eurelectric-Bericht, der heute auf dem Power Summit vorgestellt wurde. Basierend auf Erkenntnissen von 61 Unternehmen und 30 konkreten Projekten identifiziert der Bericht Erfolgsfaktoren industrieller Projekte sowie Hindernisse für deren Umsetzung. Dabei entsteht ein neues Modell: "Power Couples" – eine replizierbare Elektrifizierungsstrategie, die Wettbewerbsfähigkeit stärkt, indem Marktsignale, Netzinfrastruktur, Investitionsrahmen und politische Maßnahmen aufeinander abgestimmt werden.

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Elektrifizierung wird zunehmend als zentrale Voraussetzung angesehen, damit die europäische Industrie global wettbewerbsfähig bleibt. Dennoch erfolgt der Ausbau nicht in der erforderlichen Geschwindigkeit. Um zentrale Hindernisse zu identifizieren und gemeinsame Lösungen zu entwickeln, hat der europäische Stromsektor mit Industrieakteuren aus drei verschiedenen Bereichen zusammengearbeitet: Niedrig- und Mitteltemperaturwärme, energieintensive Industrien und Rechenzentren.

Der daraus entstandene Bericht identifiziert fünf replizierbare Modelle, die als "Power Couples" funktionieren: integrierte industrielle Partnerschaftsmodelle, die Nachfrage, CO₂-arme Versorgung, Infrastruktur und Flexibilität gemeinsam optimieren.

In einem "Power Couples"-Modell sichert eine Last langfristige Nachfrage nach sauberem Strom, eine andere verschiebt ihren Verbrauch bei Preisspitzen, eine dritte stellt schnelle Ausgleichsleistungen bereit – und alle teilen Infrastruktur, Risiken und Systemwert. Sie basieren auf kommerziellen Strukturen wie langfristigen Stromabnahmeverträgen (PPAs), Heat as a Service, Energy as a Service, der Nutzung von Abwärme, Flexibilitätserlösen oder gemischten öffentlich-privaten Finanzierungen.

"Der Schlüssel zur Bewältigung der Herausforderung eines umfassenden Elektrifizierungsausbaus liegt darin, fragmentierte Entscheidungen in eine koordinierte Umsetzung auf Systemebene zu überführen", sagte Markus Rauramo, Präsident von Eurelectric und CEO von Fortum. "Europa braucht jetzt Investitionssicherheit, einen schnelleren Netzausbau und integrierte Umsetzungsmodelle, die rasch skaliert werden können. Dies wird eine widerstandsfähigere, wettbewerbsfähigere und investitionsbereite Industriewirtschaft ermöglichen."

Für die Industrie unterstützt der "Power Couples"-Ansatz zudem die wirtschaftliche Rentabilität von Elektrifizierungsinvestitionen. Catherine MacGregor, Vizepräsidentin von Eurelectric und CEO von ENGIE, erklärte: "Elektrifizierung ist ein Grundpfeiler der industriellen Wettbewerbsfähigkeit und der Energiewende Europas. Um ihr Potenzial auszuschöpfen, brauchen wir einen stärker integrierten Ansatz, der Marktdesign, Infrastruktur und Investitionsrahmen verbindet. Wenn diese Dimensionen frühzeitig aufeinander abgestimmt werden, wird Elektrifizierung nicht nur technisch machbar, sondern auch wirtschaftlich attraktiv – und ebnet den Weg für skalierbare, replizierbare und kosteneffiziente Projekte in ganz Europa."

Note to Editors:

Eurelectric represents the common interests of the European electricity industry. Speaking for more than 3,500 electricity companies, we seek to promote the role of electricity for society.

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Reformkurs in der Pflegepolitik: Kostenargument überzeugt Mehrheit bislang nicht

04.05.2026

Eine große Mehrheit der Bundesbürger stellt sich laut einer neuen Erhebung gegen mögliche Einschnitte bei den Leistungen der Pflegeversicherung. 77 Prozent der erwachsenen Bevölkerung halten es für überhaupt oder eher nicht akzeptabel, den Zugang zu Pflegegraden zu erschweren. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Instituts YouGov im Auftrag des Sozialverbands VdK hervor, die Mitte April unter mehr als 2.300 Menschen durchgeführt wurde.

Die Befragten reagierten insbesondere sensibel auf Vorschläge, die Einstufung in einen höheren Pflegegrad zu verschärfen: 72 Prozent lehnen dies ab. Auch Kürzungen bei den Leistungen im niedrigsten Pflegegrad stoßen auf deutliche Vorbehalte. 71 Prozent bewerten eine Reduzierung der Leistungen in Pflegegrad 1 als überhaupt oder eher nicht akzeptabel. Nach Einschätzung des VdK könnten hiervon etwa Zuschüsse für den Hausnotruf oder für Pflegehilfsmittel betroffen sein. 55 Prozent äußerten sich zudem ablehnend zu möglichen Zusammenfassungen und Deckelungen von Leistungen.

Die Diskussion über die künftige Finanzierung der Pflegeversicherung läuft vor dem Hintergrund spürbarer Haushaltszwänge. Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe hatte bereits im Dezember Reformoptionen skizziert. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) verwies damals auf begrenzte Mittel, die zielgerichteter eingesetzt werden müssten, und kündigte eine grundlegende Finanzreform der Pflegeversicherung bis Ende 2026 an. Die bestehenden Leistungen sollen dabei nach ihren Worten kritisch überprüft werden.

Im April stellte Warken Pläne für eine Pflegereform für Mitte Mai in Aussicht. Nach ihren Angaben klafft allein im kommenden Jahr eine Finanzierungslücke von sechs Milliarden Euro in der Pflegeversicherung. Die Ministerin betonte zugleich, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen nicht allein lassen zu wollen. Parallel dazu hatte das Bundeskabinett erst kürzlich Gesetzesplänen zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung zugestimmt, die für gesetzlich Versicherte höhere Zuzahlungen und Leistungseinschnitte vorsehen – ein Signal, dass der finanzielle Spielraum im Gesundheitswesen insgesamt enger wird.