Der Weltverband der Flughäfen fordert einen modernen, transparenten und kooperativen Ansatz, um sicherzustellen, dass die knappen Flughafenkapazitäten effizient genutzt werden, der Marktzugang wettbewerbsfähig bleibt und die Zuweisung von Zeitnischen mit der steigenden Passagiernachfrage Schritt hält.
MONTREAL, 15. September 2026 /PRNewswire/ -- Airports Council International (ACI) World, der Branchenverband der Flughäfen weltweit, hat heute das Whitepaper veröffentlicht, in dem eine Modernisierung des globalen Systems zur Zuweisung von Zeitnischen an Flughäfen gefordert wird. In dem Weißbuch wird detailliert dargelegt, wie ein veralteter Rechtsrahmen, der vor mehr als 50 Jahren geschaffen wurde, die Luftfahrtbranche zu ineffizienten Kompromissen zwingt und damit Hindernisse für die sozioökonomische Wettbewerbsfähigkeit und die Anbindung schafft.
Das grundlegende Rahmenwerk für die Zuweisung von Zeitnischen hat mit dem dynamischen Wachstum und dem Wandel der Luftfahrt nicht Schritt gehalten. Da die Zahl der weltweit am stärksten überlasteten Flughäfen mit Slot-Beschränkungen allein in den letzten zehn Jahren um über 25 % gestiegen ist und sich das weltweite Passagieraufkommen bis Mitte der 2040er Jahre voraussichtlich fast verdoppeln wird, verschärft sich die Kapazitätskrise weiter. ACI World fordert die Regulierungsbehörden auf, gemeinsam mit der Branche an einer Lösung des Problems zu arbeiten und das System zur Zuweisung von Zeitnischen zu modernisieren, bevor sich die Kapazitätsengpässe weiter verschärfen.
„Wir versuchen, die Luftfahrtbranche von 2026 mit einem Betriebssystem aus den 1970er Jahren zu betreiben", sagte Justin Erbacci, Generaldirektor von ACI World. „Die Flughäfen tun ihr Bestes, um innerhalb eines veralteten Rechtsrahmens zu arbeiten, doch in Wirklichkeit hindern diese unflexiblen Vorschriften und Praktiken die Branche daran, sich an die modernen Anforderungen der Fluggäste anzupassen, wettbewerbsfähige Tarife anzubieten und widerstandsfähige Streckennetze aufzubauen." „ACI World fordert die Aufsichtsbehörden nachdrücklich auf, sich mit der Branche an einen Tisch zu setzen und endlich die längst überfällige Modernisierung umzusetzen, die unsere Passagiere verdienen."
Weitere Einzelheiten aus der restlichen Pressemitteilung finden Sie hier. Darin geht es um die Warnung der ACI hinsichtlich des Ausmaßes der Herausforderung und darum, wie diese die Entwicklung des Marktes erschwert.
Über ACI
Der Airports Council International (ACI), der Branchenverband der Flughäfen weltweit, ist ein Dachverband, der sich aus folgenden Organisationen zusammensetzt ACI World, ACI Africa, ACI Asia-Pacific & Middle East, ACI EUROPE, ACI Latin America and the Caribbean sowie ACI North America. Indem die ACI in entscheidenden Phasen der Politikgestaltung die Interessen der Flughäfen vertritt, leistet sie einen wesentlichen Beitrag zur Gewährleistung eines globalen Luftverkehrssystems, das sicher, effizient und ökologisch nachhaltig ist. Stand Januar 2026 zählt die ACI 811 Mitglieder, die weltweit über 2.200 Flughäfen in mehr als 160 Ländern betreiben.
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Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hat eine Neujustierung des Umgangs mit der AfD im Bundestag gefordert und damit eine innerparteiliche wie parlamentarische Grundsatzdebatte angestoßen. In einem Interview mit dem Magazin „Stern“ plädierte der CDU-Politiker dafür, der AfD die ihr nach dem üblichen Verteilungsschlüssel zustehenden Vorsitzendenposten in den Fachausschüssen des Bundestags nicht länger zu verwehren. „Die Partei ist gewählt, und so sollte man mit ihr auch umgehen“, sagte Rhein und verwies darauf, dass die AfD im hessischen Landtag und in anderen Länderparlamenten bereits Ausschussvorsitze innehat.
Im Bundestag verfügt die AfD wie die anderen Fraktionen über ein Vorschlagsrecht für bestimmte Ausschussvorsitze. Bisher scheiterte sie jedoch regelmäßig daran, dass ihre Kandidatinnen und Kandidaten bei den Wahlen in den Ausschüssen nicht die Unterstützung der Abgeordneten der übrigen Parteien erhielten und damit die nötigen Mehrheiten verfehlten. Eine Klage der AfD-Bundestagsfraktion vor dem Bundesverfassungsgericht blieb im September 2024 ohne Erfolg; Karlsruhe sah keinen Anlass, in das Verfahren der Ausschussbesetzungen einzugreifen. Politisch aber gewinnt die Frage durch Rheins Vorstoß neue Brisanz.
Rhein grenzt sich zugleich von einer inhaltlichen Annäherung an die AfD ab und lehnt ein Verbotsverfahren gegen die Partei ab. Er halte das vielzitierte Bild einer „Brandmauer“ für falsch, betonte der CDU-Landeschef. Für die Union gelte: „Wir grenzen uns klar von der AfD ab, aber wir grenzen die Partei nicht aus.“ Das müsse sich auch in der Parlamentsarbeit widerspiegeln. Anstelle juristischer Schritte warb Rhein dafür, die AfD politisch zu stellen: Die CDU müsse den Wählerinnen und Wählern „ein besseres Angebot machen“ und die „Deutungshoheit über die Alltagsfragen“ zurückgewinnen. Eine Zusammenarbeit mit der AfD setze aus seiner Sicht eine „Politik der klaren roten Linien“ voraus.
Die AfD bewertet die Äußerungen des hessischen Regierungschefs als Signal eines sich abzeichnenden Kurswechsels in der Union. Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, Bernd Baumann, sprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von einem „überfälligen“ Schritt und einem Zeichen für ein „generelles Umdenken in der CDU“. Die Forderung nach Ausschussvorsitzen sei „nur der erste Schritt – weitere werden folgen“, prognostizierte Baumann. Angesichts jüngster Wahlergebnisse sehe er die Union unter Druck, ihre bisherige Ausgrenzungsstrategie zu überdenken. Koalitionsfraktionen im Bundestag wiesen einen von Rhein geforderten Kurswechsel allerdings zurück und halten bislang an der Linie fest, AfD-Kandidaten für Ausschussvorsitze nicht zu unterstützen.
In den Fachausschüssen des Bundestags wird ein Großteil der inhaltlichen Gesetzgebungsarbeit vorbereitet. Die Vorsitzenden spielen eine zentrale Rolle bei der Organisation der Beratungen und der Tagesordnungsgestaltung. Die Verteilung dieser Schlüsselpositionen erfolgt nach einem festgelegten Schlüssel zwischen den Fraktionen, doch bleibt die tatsächliche Besetzung an die Wahl durch die Ausschussmitglieder gebunden. Vor diesem Hintergrund berührt die von Rhein angestoßene Debatte nicht nur die Machtbalance zwischen den Fraktionen, sondern auch die Frage, wie das Parlament mit Parteien umgeht, die zwar demokratisch gewählt sind, von großen Teilen des Hauses aber weiterhin klar abgelehnt werden.