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Der Pharmakonzern Roche hat positive Ergebnisse aus einer Phase-II-Studie mit dem Wirkstoff Petrelintide zur Behandlung von Übergewicht und Adipositas bekannt gegeben. In der Studie mit dem Namen "Zupreme-1" erreichten Patienten nach 28 Wochen einen mittleren Gewichtsverlust von bis zu 10,7 Prozent. In der Placebogruppe betrug der Gewichtsverlust lediglich 1,7 Prozent. Die Studie umfasste 493 Personen mit einem durchschnittlichen Body-Mass-Index von 37 und einem Durchschnittsgewicht von 107 Kilogramm.
Der Wirkstoff zeigte dabei ein günstiges Verträglichkeitsprofil. Die Abbruchrate aufgrund unerwünschter Ereignisse lag im wirksamsten Behandlungsarm bei 4,8 Prozent und war damit praktisch identisch mit jener der Placebogruppe. Roche betonte, dass in der wirksamsten Behandlungsgruppe keine Fälle von Erbrechen und keine Therapieabbrüche wegen Magen-Darm-Beschwerden auftraten. Übelkeit trat seltener auf als in früheren Studien mit kürzeren Dosisintervallen.
Interessant sind die geschlechtsspezifischen Unterschiede in den Studienergebnissen. Weibliche Probanden verloren deutlich mehr Gewicht als männliche Teilnehmer. Analysten weisen darauf hin, dass bei einem höheren Frauenanteil in der nächsten Studienphase Gewichtsreduktionen im mittleren Zehn-Prozent-Bereich möglich sein könnten. Die finalen Studiendaten sollen auf einem medizinischen Kongress präsentiert werden, wo Roche auch über das Design der geplanten Phase-III-Studien informieren wird.
Für das weitere Programm sind mehrere Schritte vorgesehen. Topline-Ergebnisse der zweiten Phase-II-Studie "Zupreme-2", die sich auf Personen mit Adipositas und Typ-2-Diabetes konzentriert, werden in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet. Zudem ist für 2026 der Start einer Phase-II-Studie zur Kombination von Petrelintide und CT-388 geplant. Trotz der positiven Ergebnisse blieben die Studiendaten hinter den Erwartungen einiger Investoren zurück, was zu Kursdruck für die Roche-Aktie führen könnte.

In der Thüringer Landtagsfraktion des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) steht ein Führungswechsel an. Fraktionschef Frank Augsten hat überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Der 67-Jährige, der den Vorsitz erst seit Dezember 2024 innehatte, will das Amt in den kommenden Wochen an eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger übergeben und die laufenden Geschäfte bis dahin noch weiterführen. Wer die Fraktionsspitze künftig übernimmt, ist nach Angaben aus Fraktionskreisen bislang offen.
Augsten begründete seinen Schritt nach übereinstimmenden Berichten aus Partei- und Fraktionskreisen mit persönlichen Gründen und dem Wunsch, sich wieder stärker seiner fachlichen Arbeit in der Landwirtschafts- und Umweltpolitik zu widmen. "Im Landwirtschaftsbereich brennt gerade die Luft", sagte der Agrarwissenschaftler mit Blick auf Betriebe, die wegen eines Streits mit der EU mit hohen Rückforderungen konfrontiert sein sollen. Für das BSW sitzt er im Landwirtschafts- und im Umweltausschuss und fungiert als agrarpolitischer Sprecher der Fraktion.
Der frühere Grünen-Politiker hatte bereits eine längere politische Laufbahn hinter sich, bevor er 2024 zum BSW wechselte. Zwischen 2009 und 2014 saß Augsten für Bündnis 90/Die Grünen im Thüringer Landtag und war zeitweise Co-Vorsitzender der Landespartei. Zwischen seinen Mandatszeiten arbeitete der studierte Agraringenieur unter anderem als Referatsleiter im Thüringer Landwirtschaftsministerium und später als kommissarischer Präsident der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft. Im BSW übernahm er den Fraktionsvorsitz, nachdem Katja Wolf im Zuge der Regierungsbildung Ministerin geworden war.
Die Personalie trifft eine Fraktion, die nach der Landtagswahl 2024 mit 15,8 Prozent der Stimmen aus dem Stand zur drittstärksten Kraft im Erfurter Parlament aufgestiegen war und bislang als vergleichsweise geschlossen galt. Das BSW ist Teil der sogenannten Brombeer-Koalition mit CDU und SPD. Das Bündnis unter Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) verfügt mit 44 der 88 Sitze über keine eigene Mehrheit und ist deshalb immer wieder auf Unterstützung aus der Opposition von Linken und AfD angewiesen. Innerhalb der Koalition hatten zuletzt vor allem der Umgang mit AfD-Anträgen und die Frage, ob „inhaltlich gute Anträge“ der AfD in Fachausschüsse überwiesen werden sollen, für Spannungen gesorgt. Augsten hatte sich öffentlich für eine inhaltliche Prüfung solcher Vorlagen ausgesprochen, während insbesondere die SPD-Fraktion eine solche Linie ablehnt.