Knappes Angebot, hohe Preise: BWO warnt vor verschärfter Wohnraumkrise

17.03.2026


Die Lage auf dem Schweizer Wohnungsmarkt bleibt angespannt und hat für Wohnungssuchende ein Niveau der Knappheit erreicht, das zuletzt 2014 verzeichnet wurde. Laut dem aktualisierten Monitor Wohnungsmarkt des Bundesamts für Wohnungswesen (BWO) fällt es insbesondere Haushalten mit tiefer oder mittlerer Kaufkraft zunehmend schwer, bezahlbare Mietwohnungen zu finden. Während sinkende Zinsen die Mieten bestehender Verträge stabilisieren und die Nutzungskosten von Wohneigentum dämpfen, profitieren vor allem sesshafte Haushalte von dieser Entlastung – nicht jedoch jene, die neu auf Wohnungssuche sind.

Besonders deutlich zeigt sich die Verknappung des Angebots in urbanen Zentren und touristisch geprägten Bergregionen. Regionen wie Zürich, Genf, Luzern, Zug, St. Moritz, Chur sowie der Raum Interlaken–Zweisimmen werden vom BWO als besonders akut betroffen ausgewiesen. In diesen Märkten sind bezahlbare Angebote für Haushalte mit tiefer oder mittlerer Kaufkraft besonders rar, was den Konkurrenzdruck um die wenigen verfügbaren Objekte erhöht. Das BWO geht zudem davon aus, dass das Wachstum des Wohnungsbestands im laufenden Jahr 2026 erneut nicht mit der Nachfrage Schritt halten wird.

Auch beim Wohneigentum zeigen sich deutliche Grenzen der Erschwinglichkeit. Nach Einschätzung des BWO gilt ein Preis‑Einkommens‑Verhältnis von bis zu 6 zu 1 als grundsätzlich finanzierbar. Liegt der Kaufpreis deutlich über dem Sechsfachen des jährlichen Haushaltseinkommens, lässt sich das notwendige Eigenkapital meist nicht mehr in angemessener Zeit ansparen, und die Tragbarkeit gilt als nicht mehr gegeben. Ein Haushalt mit einem Bruttoeinkommen von 120'000 Franken sollte demnach ein Objekt im Wert von maximal 720'000 Franken erwerben, um innerhalb dieses Rahmens zu bleiben.

Für den unteren Mittelstand ist selbst diese Schwelle in vielen Regionen kaum noch erreichbar. Laut BWO sind die Preise für diese Gruppe nur noch in wenigen Landesteilen wirklich erschwinglich. Der Erwerb von Wohneigentum setzt dort eine längere Ansparzeit, ein hohes Mass an Durchhaltewillen und deutliche Kompromissbereitschaft voraus – sowohl beim Standort als auch bei der Ausstattung. Haushalte des oberen Mittelstands verfügen zwar über bessere Chancen, stossen jedoch in wirtschaftsstarken und teuren Regionen wie dem Genferseegebiet, Zürich und dem Baselbiet ebenfalls zunehmend an finanzielle Grenzen.

Während die Zinsentwicklung Bestandsmieter und Eigentümer tendenziell entlastet, zeichnet der Monitor Wohnungsmarkt für Wohnungssuchende und aufstiegsorientierte Mittelstandshaushalte ein deutlich weniger positives Bild. Ob sich die Situation in den kommenden Jahren entspannt oder weiter zuspitzt, hängt nach Einschätzung des BWO wesentlich von der Entwicklung der Haushaltszahlen ab. Solange der Zuwachs an Haushalten das Wachstum des Wohnungsbestands übersteigt, bleibt der Markt eng – mit spürbaren Konsequenzen für Erschwinglichkeit und Auswahl auf dem Schweizer Wohnungsmarkt.

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Geringe Aktivität, robuste Indizes: Die stille Reaktion des Marktes auf den Iran-Konflikt

17.03.2026


Der Dax hat sich am Dienstag trotz eines erneut leicht gestiegenen Ölpreises relativ stabil gezeigt. Der deutsche Leitindex gab im frühen Xetra-Handel lediglich um rund 0,2 Prozent auf etwa 23.513 Punkte nach und setzte damit seine Konsolidierung nach einem soliden Wochenauftakt fort. Auch der MDax der mittelgroßen Werte bewegte sich prozentual kaum und notierte bei 28.954 Zählern nahezu unverändert. An den übrigen europäischen Börsen zeigte sich ein ähnliches Bild: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx tendierte wie der Dax moderat schwächer.

Die Entwicklung an den Aktienmärkten findet vor dem Hintergrund des Konflikts im Nahen Osten statt. Es ist der zwölfte Handelstag, seit die USA und Israel einen Militärschlag gegen den Iran begonnen haben. Am deutschen Aktienmarkt scheinen viele Investoren trotz der geopolitischen Unsicherheit auf ein rasches Ende des Kriegs zu hoffen. „Die meisten haben sich offensichtlich dazu entschieden, die aktuelle Krise ohne große Handelstätigkeit auszusitzen“, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Er verwies darauf, dass die Handelsumsätze auch zum Wochenstart erneut deutlich unter den historischen Mittelwerten lagen.

Der steigende Ölpreis bleibt für die Marktteilnehmer ein zentraler Faktor, da höhere Energiekosten den Inflationsdruck erhöhen und die Unternehmensmargen belasten können. Dennoch reagieren die Investoren bislang zurückhaltend statt panisch. Die moderate Kursbewegung im Dax deutet darauf hin, dass ein Großteil der geopolitischen Risiken kurzfristig eingepreist ist, während größere Umschichtungen an vielen Depots offenbar ausbleiben. Die relative Stärke des Marktes trotz teurerer Energie liefert ein Signal, dass institutionelle Anleger derzeit eher abwarten, statt Positionen aggressiv zu reduzieren.

Rückenwind kommt von der Wall Street, die sich zu Wochenbeginn deutlich erholt hat. Der US-Leitindex Dow Jones legte um 0,83 Prozent auf 46.946 Punkte zu und entfernte sich damit von seinem tiefsten Stand seit Ende November, den er am Freitag erreicht hatte. Der marktbreite S&P 500 gewann 1,01 Prozent auf 6699 Zähler, während der technologielastige Nasdaq 100 um 1,13 Prozent auf 24.655 Punkte stieg. Die freundliche Tendenz in den USA hilft, die Stimmung an den europäischen Märkten zu stabilisieren, selbst wenn geopolitische Risiken und der Trend am Ölmarkt weiter im Fokus bleiben.

Unter den Einzelwerten in Deutschland rückte Fraport in den Blick. Der Betreiber des Frankfurter Flughafens rechnet damit, dass das Vorkrisenniveau beim Fluggastaufkommen auch 2026 noch nicht wieder erreicht sein wird. Nach rund 63,2 Millionen Fluggästen im vergangenen Jahr erwartet das Unternehmen für 2024 einen Anstieg auf 65 bis 66 Millionen Passagiere. Damit bleibt der Rekordwert von rund 70,6 Millionen Reisenden aus der Zeit vor der Corona-Pandemie weiter außer Reichweite. Analysten hatten für 2026 zuletzt mit etwa 65 Millionen Fluggästen kalkuliert. Die Fraport-Aktie legte auf der Handelsplattform Tradegate dennoch zu, was darauf hindeutet, dass der Markt die Prognosen als solide und weitgehend im Rahmen der Erwartungen bewertet.