BGH lässt Hafturteile gegen Anführer der „Vereinten Patrioten“ rechtskräftig werden

30.04.2026


Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat die Haftstrafen gegen mehrere führende Mitglieder der Gruppierung „Vereinte Patrioten“, auch bekannt als „Kaiserreichsgruppe“, bestätigt. Die Revisionen von vier Verurteilten gegen das Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Koblenz vom 6. März 2025 wurden verworfen. Damit ist das Urteil gegen die Angeklagten, die der sogenannten Reichsbürgerszene zugerechnet werden, nun rechtskräftig.

Das OLG Koblenz hatte die vier Hauptangeklagten im vergangenen Jahr zu Freiheitsstrafen zwischen fünf Jahren und neun Monaten sowie acht Jahren verurteilt. Ein weiterer Angeklagter erhielt eine Haftstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten. Die Richterinnen und Richter sahen es als erwiesen an, dass die Gruppe einen Umsturz in Deutschland plante. Kern des Konzepts war nach den Feststellungen des Gerichts, durch Anschläge auf die Stromversorgung einen mehrwöchigen Blackout herbeizuführen, um die Bevölkerung „auf sich selbst zurückzuwerfen“ und bürgerkriegsähnliche Zustände zu provozieren.

Zu den Plänen der Vereinigung gehörte nach Überzeugung des OLG außerdem die Entführung des damaligen Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach (SPD). Die Gruppe soll beabsichtigt haben, Lauterbach während einer Live-Sendung zu kidnappen und dabei seine Personenschützer „auszuschalten“. Die Angeklagten wurden unter anderem wegen Gründung einer terroristischen Vereinigung und der Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens gegen den Bund schuldig gesprochen. Bevor die Pläne umgesetzt werden konnten, war die Gruppierung Mitte April 2022 von der Polizei zerschlagen worden.

Der zuständige Strafsenat des BGH stellte bei der Überprüfung des Koblenzer Urteils keine Rechtsfehler zum Nachteil der Revisionführer fest. Die Entscheidung des BGH (Az. 3 StR 7/26), die bereits am 15. April fiel und nun veröffentlicht wurde, schließt das Verfahren auf höchstrichterlicher Ebene ab. Damit bleiben die im Koblenzer Urteil verhängten Strafen gegen die zentrale Führungsriege der „Vereinten Patrioten“ unverändert bestehen.

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Starker Jahresauftakt bei Adidas: Eigene Kanäle treiben Wachstum, Ausblick bleibt unverändert

30.04.2026


Adidas ist mit einem deutlichen Wachstum in das neue Geschäftsjahr gestartet und hat die Erwartungen der Analysten klar übertroffen. Der Sportartikelhersteller steigerte seinen Umsatz im ersten Quartal um gut 7 Prozent auf rund 6,6 Milliarden Euro. Auf währungsbereinigter Basis lag das Plus sogar bei 14 Prozent, wie das Unternehmen in Herzogenaurach mitteilte. Analystenschätzungen, die im Schnitt von rund 6,3 Milliarden Euro ausgegangen waren, wurden damit klar übertroffen. Auch das operative Ergebnis lag mit 705 Millionen Euro über den Prognosen.

Das Unternehmen musste dabei spürbaren Gegenwind durch den starken Euro und Zölle verkraften. Der Währungseffekt belastete den Umsatz nach Unternehmensangaben mit rund 350 Millionen Euro. Dennoch legte Adidas währungsbereinigt in allen Regionen prozentual zweistellig zu – mit Ausnahme von Europa, wo ein Plus von 6 Prozent erreicht wurde. Beim auf die Anteilseigner entfallenden Gewinn verzeichnete der Konzern einen Anstieg um 12,6 Prozent auf 482 Millionen Euro.

Ein wesentlicher Wachstumstreiber war die starke Nachfrage in den eigenen Verkaufskanälen, also in den eigenen Läden und im direkten Geschäft mit Endkunden. Im Großhandel fiel das Plus dagegen verhaltener aus. Vor dem Hintergrund eines unsicheren Konsumumfelds und einer ausgeprägten Rabattschlacht im Einzelhandel verkauft Adidas nach eigenen Angaben bewusst keine „übermäßigen Mengen“ an Handelspartner, um den Preisdruck zu begrenzen – insbesondere im Lifestyle-Segment. Analyst Piral Dadhania von RBC spricht von einer „gesunden Dynamik bei Marke und Umsatz“, die im aktuell herausfordernden und fragmentierten Sportbekleidungsmarkt zunehmend selten sei.

An der Prognose für das laufende Jahr hält der Konzern trotz der Unsicherheiten fest. Adidas rechnet weiterhin damit, den Umsatz währungsbereinigt im hohen einstelligen Prozentbereich zu steigern. An der Börse kamen die Zahlen gut an: Die Aktie legte am Vormittag zeitweise um fast sieben Prozent zu. Damit erhält ein Papier Rückenwind, das zuvor deutlich unter Druck stand – auf Sicht von zwölf Monaten hat der Titel fast ein Drittel an Wert verloren, und im laufenden Jahr liegt die Bilanz bislang im deutlichen Minus. Der bessere Jahresauftakt könnte nach Einschätzung von Marktteilnehmern ein Signal sein, dass der Konzern nach einer schwierigen Phase wieder stabileren Boden unter den Füßen gewinnt.